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So gelingt die persönliche Interaktion auch beim E-Learning

Immer kreativere Ansätze verbinden die moderne digitale Lehre mit persönlichen Kontakten zwischen Lehrer und Studierenden.

So gelingt die persönliche Interaktion auch beim E-Learning
[g-stockstudio/Shutterstock]

Ab und zu beanstanden Kritiker des E-Learning, dass die persönlichen Kontakte dabei zu kurz kämen. 

Das klingt zwar manchmal nach einer zu pauschalen Kritik neuer Technologien. Schließlich hätte man auch Johannes Gutenberg im Jahr 1450 dafür kritisieren können, dass man statt über mündliche Überlieferung nun plötzlich Wissen auch aus Büchern erhalten konnte.

Denn Online-Lernen und soziale Kontakte schließen sich ja nicht aus. Viele Teilnehmer an Videokursen wählen aus unterschiedlichen Gründen ganz bewusst diese flexible Art der Wissensvermittlung für ein bestimmtes Lernvorhaben.

Aber natürlich kann - je nach Lernsituation - auch bei Online-Kursen die zusätzliche Interaktion zwischen Studierenden und mit den Dozenten hilfreich sein. Zum Beispiel über:

  • Blended Learning,
  • Live-Webinare,
  • Präsenz-Lerngruppen

und weitere innovative Lösungen zur Interaktion.


"The kids have changed": Blended Learning

Dazu gibt es seit einigen Jahren laufend neue Ansätze, unter dem Schlagwort "Blended Learning" die Kombination von Online–Bausteinen und klassischer Präsenzlehre intelligent zu gestalten (z.B. mit dem Flipped/Inverted Classroom). Auf einer Konferenz in 2016 zu diesem Thema trafen sich die Vorreiter des Blended Learning im deutschsprachigen Raum. Ein US-Pionier im Blended Learning berichtete hier von seinen Erfahrungen, er hatte nach 20 Jahren Frontalunterricht irgendwann festgestellt: "The kids had changed, but I hadn´t.".

Auch eine Vertreterin der RWTH Aachen stellte die dort eingesetzten Konzepte vor. In ihrer ausführlichen Darstellung wurden einige interessante und im deutschsprachigen Raum recht fortschrittliche Konzepte deutlich, um die "Digital Natives" modern in der Lehre anzusprechen. Dies geht bei der RWTH bis hin zu Online-Prüfungen der Studierenden. Die Hochschule investiert dazu ca. 2 Mio. EUR in eine Blended Learning-Initiative.


Persönlich, aber weniger flexibel: Live-Webinare

Eine andere Möglichkeit, digitale Lernformate mit persönlicher Interaktion zu verbinden, sind Live-Webinare. Dabei wird eine Lehrveranstaltung zu einem festen Termin online abgehalten und die Teilnehmer wählen sich übers Internet live dazu ein. So können z.B. auch Rückfragen an den Dozenten direkt interaktiv geklärt werden.

Während so die Interaktion auch im Online-Lernen sichergestellt wird, fällt die Flexibilität geringer aus. Anders als bei Selbstlern-Onlinekursen müssen Live-Webinare zu fest bestimmten Terminen stattfinden. Auch die maximale Größe der Teilnehmergruppe ist hier natürlich begrenzt (bei Live-Online-Sprachkursen treffen sich oft sogar nur ein Sprachschüler und ein Dozent im virtuellen Lernraum).


Lerngruppen bei Udacity

Der Anbieter von IT-Videokursen Udacity bietet eine weitere Möglichkeit zur persönlichen Interaktion. Unter dem Namen "Udacity Connect" werden hier Präsenz-Lerngruppen organisiert. Diese sollen begleitend zu den Online-Kursen des Anbieters als ergänzende Diskussionsmöglichkeiten für die Kursinhalte angeboten werden. 

Ziel ist dabei auch, die Motivation hoch zu halten und eine gewisse Lerndisziplin aufgrund der terminierten Präsenztreffen zu fördern. Das Angebot ist bisher allerdings nur in einigen Großstädten der USA verfügbar.


Sprechstunde bei Dr. Chuck

Ein weiterer kreativer Ansatz zur Interaktion zwischen Studierenden und Lehrern kommt ebenfalls aus den USA. In den MOOC-Formaten ist dort ja sowieso eine lebhafte Diskussion teilweise tausender Lernender in den Online-Foren zu den einzelnen Kursen schon lange Standard.

Prof. Charles Severance ("Dr. Chuck") der University of Michigan geht aber noch einen Schritt weiter: in seinem Kurs "Internet History, Technology, and Security" bietet er an wechselnden Orten weltweit abgehaltene Sprechstunden an. So haben Teilnehmer von Europa bis Asien die Möglichkeit, ihn und andere Teilnehmer auch persönlich zu treffen. Obwohl dieses Format sicher keine allgemein übertragbare Lösung ist, gibt dies doch eine zukünftige Richtung vor. Trotz globaler digitaler Wissensvermittlung tauschen sich lokale Studiengruppen vor Ort persönlich über die Lerninhalte aus.


MOOC-Studenten reisen nach Japan

Eine weitere Version der Interaktion kam aus Japan: So ermöglichte die Kyoto University unter allen Teilnehmern eines globalen MOOC den beiden besten Studenten (einem Belgier und einer Koreanerin) eine Reise nach Japan. Die Gewinner konnten so die dortigen Studenten treffen.

Auch hier gilt: Sicher kein Projekt zur Lösung aller Fragen, aber angesichts der zunehmend global stattfindenden digitalen Wissensvermittlung ein innovatives Beispiel. Für die teilnehmenden Studierenden stellte dies natürlich auch einen besonderen Motivationsanreiz dar.


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