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Die Top-Anbieter für ein akademisches Online-Studium

Viele Hochschulen werben mit Online-Studiengängen. In der Realität warten aber oft trockene Studienbriefe und obligatorische Präsenzseminare. Wer sind die echten Online-Anbieter für ein Hochschul-Studium?

Die Top-Anbieter für ein akademisches Online-Studium
Foto: wokandpix/pixabay

Man kann online inzwischen über fast jedes Thema lernenBei einigen Kursanbietern erhält man dafür auch aussagekräftige Zertifikate, selbst wenn diese keinen akademischen Grad wie B.A. oder M.A. verleihen. 

Aber was ist, wenn Du einen "offiziellen" Titel anstrebst?

Kannst Du auch ein akademisches Studium an einer deutschen Hochschule vollständig online absolvieren

(Weiter unten gibt´s eine Liste der echten Online-Hochschulen.)



Online-Kurse immer beliebter - auch im Studium?

Für manche Lernziele ist ein umfassender Video-Informatikkurs einer internationalen Online-Plattform bereits heute die bessere Wahl als ein herkömmliches Informatikstudium

Sowohl die Qualität der Lehrinhalte als auch die Bekanntheit der Teilnahmezertifikate bei Arbeitgebern nehmen zu (siehe: "Was bringen die Zertifikate?"). Bei vielen Kursanbietern liegt der Schwerpunkt dabei zwar auf der beruflichen Weiterbildung. Aber auch Studierende belegen bereits oft ergänzende Online-Kurse.

Trotzdem: 

  • Das klassische Studium mit staatlich anerkanntem akademischem Abschluss ist für viele nach wie vor der Normalfall bei der Planung des eigenen Bildungswegs. 
  • Und das wird auch noch einige Zeit so bleiben, auch wenn moderne Online-Kurse eine zunehmend attraktivere Alternative werden und zumindest als Ergänzung bereits heute genützt werden.

Wir haben uns gefragt: Kann man beides verbinden? Flexibles und modernes Online-Lernen – und das an einer Hochschule mit akademischen Abschlüssen wie Bachelor oder Master? Und wenn ja: An welcher deutschen Hochschule kann man wirklich online studieren?


"Fernstudium": Studienbriefe per Post, Pflichtseminare am Wochenende

Im traditionellen Fernstudium wurden die Lehrmaterialien als Studienbrief per Post versandt und der Studierende musste Aufgaben per Post zur Korrektur einsenden. Oft kamen diverse obligatorische Präsenzseminare dazu, bei denen man teils quer durch Deutschland fahren musste, um sein Wochenende in einer Präsenzveranstaltung zu verbringen. 

Diese Art des Lernens war über viele Jahrzehnte die beste verfügbare Möglichkeit für ein Fernstudium, gerät aber durch die digitalen Technologien in letzter Zeit massiv unter Druck. Denn im Online-Studium geht es eigentlich heute auch anders.

Daher versuchen die meisten Studienanbieter, sich modern zu geben und sich weiter zu entwickeln. Viele Anbieter – auch die bisher traditionellen Fernhochschulen – werben bereits mit Online-Angeboten


"Online" steht drauf, Präsenzseminar ist drin

Das Problem dabei: Lehrbriefe und Pflichtseminare sind nach wie vor weit verbreitet. Auch wenn die genaue Studienstruktur des vermeintlichen Online-Angebots manchmal etwas verschleiert dargestellt wird. 

So werden dann einfach die rein textbasierten Studienbriefe nicht mehr per Post, sondern als elektronisches pdf-Dokument zur Verfügung gestellt. Und Präsenzveranstaltungen sind dann im Kleingedruckten doch noch ein Kernbaustein des angepriesenen "Online"-Studiums

Moderne Videoinhalte, Webinare und rein digitale Wissensvermittlung ohne Anwesenheitspflicht? Die bleiben dann eher die Ausnahme.

Viele Studieninteressierte meinen aber: So sieht kein echtes Online-Studium aus!

Die Top-Anbieter für ein akademisches Online-Studium
Foto: dariuszsankowski/pixabay



Was ist überhaupt ein "echtes" Online-Studium?

1. Keine obligatorischen Präsenzzeiten

Wer wirklich online studieren will, sucht die Möglichkeit, flexibel und ohne Pflichttermine vor Ort sein Studium zu absolvieren.  

Optionale Vor-Ort-Seminare können für einige Studenten sinnvoll (und gewünscht) sein. Aber "100% online" sollte heute möglich sein, jedenfalls wenn der Fernkurs "Online-Studium" genannt wird.

Einzige Ausnahme: Die Abschlussprüfungen sind auch bei Online-Universitäten vor Ort abzulegen. 


2. Modernes digitales Lernmaterial

Studienbriefe im Briefkasten reichen Studierenden heute nicht mehr aus. Die Texte als pdf-Dokument zu versenden, ist da kaum besser. 

Digitales Lernen heißt, online auf moderne Lernmaterialien zugreifen zu können – am besten in Form von Videolektionen. Nach einer Umfrage unter Fernstudierenden wünschen sich 94% der Befragten Videovorlesungen als Lernformat! Und Einsendeaufgaben per Post passen auch nicht in ein echtes Online-Studium.


3. Digitale Technologien nützen

Werden online nur die Lernmaterialien zur Verfügung gestellt, dann bleiben viele Chancen digitaler Bildungstechnologien ungenützt. 

Die wichtigsten sind: Online-Kommunikation und Interaktivität (z.B. über Diskussionsforen, Q&A-Sessions etc.). Viele MOOCs zeigen, wie dies aussehen kann.



Die Top-Anbieter: Echte Online-Hochschulen in Deutschland

Hier eine (vorläufige) Liste der Hochschulen, deren Studiengänge man tatsächlich weitestgehend online absolvieren kann. 


1. IUBH (Internationale Hochschule Bad Honnef Bonn)

  • Die IUBH ist eine private Hochschule, an der insgesamt mehr als 7.000 Studierende eingeschrieben sind – viele davon in Online-Studiengängen. Im Rahmen der rein digitalen Lehre werden hier 15 Bachelor- und 7 Masterstudiengänge angeboten, zumeist aus dem Managementbereich. 
  • Zwar gibt es auch hier noch den papierbasierten Lehrbrief, daneben aber auch viele innovative Online-Angebote wie Videos, Onlinetests, Podcasts oder E-Books. 
  • Präsenzseminare muss man im IUBH-Onlinestudium nicht besuchen, der moderne digitale Austausch mit Kommilitonen (z.B. über Wikis, Foren, Teamaufgaben oder Online-Meetings) wird ermöglicht. Seit Ende 2016 sind sogar Online-Prüfungen möglich.
  • http://www.iubh-fernstudium.de/

2. WINGS (Wismar International Graduation Services)

  • WINGS ist der Online-Ableger der staatlichen Hochschule Wismar. Hier sind insgesamt 4.500 Fernstudenten eingeschrieben. Es gibt 5 Online-Bachelor-Studiengänge im wirtschaftlichen Bereich sowie einen Online-Master-Studiengang (Gesundheitsmanagement).
  • Zwar bietet WINGS auch das klassische Fernstudium an, sieht jedoch die Zukunft der Weiterbildung im Online-Bereich und führt daher auch echte Online-Studiengänge im Angebot. In diesen kann man dann Lehrmaterialien downloaden, Videovorlesungen ansehen oder an Online-Tutorials teilnehmen.
  • Pflichtpräsenzen gibt es keine, der Online-Austausch mit Kommilitonen und Dozenten ist möglich.
  • https://www.wings.hs-wismar.de/


3. DIPLOMA Hochschule

  • DIPLOMA ist eine private Hochschule, an der insgesamt fast 5.000 Studierende eingeschrieben sind. Neben dem Präsenzstudium werden verschiedene Fern- und Onlinestudien angeboten. Die insgesamt 17 Studiengänge finden sich in den Bereichen Wirtschaft/Recht, Gesundheit, Grafik und Technik.
  • Das Lehrmaterial ist hier zwar größtenteils textbasiert (als pdf), es gibt jedoch zumindest ergänzende Online-Inhalte wie z.B. Videos.
  • Interessant bei DIPLOMA: In den Fernstudien kann man wählen zwischen obligatorischen Präsenzseminaren oder echten Online-Vorträgen (die jedoch zu bestimmten festen Zeiten abgehalten werden).
  • http://diploma.de/


4. Onlineplus

  • Onlineplus ist ein 2016 gegründeter Fachbereich der privaten Hochschule Fresenius. Ziel ist es, ein modernes Online-Studium zu schaffen. Es werden 4 Bachelor-Studiengänge aus dem wirtschaftlichen Bereich angeboten.
  • Neben dem Lernmaterial in Textform (auch online verfügbar) bekommt man über eine Lernplattform Zugang zu diversen Videos und Aufgaben.
  • Von der Hochschule empfohlen wird zum Studienbeginn zwar ein Präsenz-Kickoff-Meeting. Allerdings kann man an diesem auf Wunsch auch online teilnehmen.
  • http://www.onlineplus.de/


5. HFH (Hamburger Fern-Hochschule)

  • Die HFH ist eine private Hochschule mit ca. 9.500 eingeschriebenen Studenten, von denen eine Minderheit in reinen Online-Studiengängen studiert. Rein digital angeboten werden bisher nur der Bachelor und Master in Wirtschaftsrecht.
  • Das Studienmaterial wird hier vollständig online über eine Lernplattform zur Verfügung gestellt. Dies besteht u.a. aus Audiovorlesungen in zahlreichen Einzelmodulen von rund 10 Minuten Länge. Auch Übungen und Probeklausuren können online bearbeitet werden.
  • Es gibt keinerlei verpflichtende Präsenzlehrveranstaltungen.
  • http://www.online-hfh.de/home/

6. Springer Campus / FH Dortmund

  • Springer Campus bietet ein Online-Studium in den beiden Studiengängen Web-/Medieninformatik und Wirtschaftsinformatik an. Der Wissenschaftsverlag Springer stellt dabei die Infrastruktur zur Verfügung, den akademischen Abschluss erhält man von der FH Dortmund.
  • Das Lernmaterial erhält man über eine Lernplattform, dort gibt es auch online verfügbare interaktive Tests, Audio- und Videoclips, Animationen und Simulationen und Online-Tutoren. Ergänzend ist ein Buch in Textform erhältlich. 
  • Die Präsenztage sind hier nur optional.
  • http://www.springer.com/de/springer-campus

Anmerkungen zur Liste:

  • Die hier gewählte Reihenfolge stellt keine Wertung dar.
  • Die Prüfungen müssen auch bei diesen Anbietern oft jeweils vor Ort erfolgen!
  • Es empfiehlt sich, vor Studienbeginn die jeweils aktuellen Informationen des Anbieters genau anzusehen.
  • Die Liste ist vorläufig, Anmerkungen und Hinweise auf weitere relevante echte Online-Hochschulen gerne an uns.
  • Eine gesonderte Übersicht zum Online-Studium der Informatik gibt es in diesem Beitrag.

International: Online-Degrees und MOOC-Serien

Die großen internationalen Kursplattformen bieten ebenfalls zunehmend komplette Online-Studiengänge an. Oft kann man dabei zunächst einzelne MOOCs belegen und dies dann auf ein ganzes Online-Studium ausweiten.

Insbesondere bei Coursera und bei FutureLearn sind bereits einige Hochschulen mit vollständig digitalen englischsprachigen Studiengängen vertreten, wie beispielsweise die University of London mit einem Bachelor in Computer Science.


Wer sich online in einem Spezialbereich ausbilden möchte, sollte sich auch fragen, ob dazu ein akademisches Online-Studium überhaupt erforderlich ist.

In vielen Bereichen gibt es bereits Serien aus mehreren MOOCs, die in Videolektionen bestimmte Themen fokussiert erläutern. Je nach Anbieter nennt sich dies dann MicroMaster, xSeries, Specialization oder Nanodegree (alle Kursserien findest Du hier).

Das ist zwar weniger umfassend, dafür aber oft kostengünstigerUnd immer weitere Arbeitgeber erkennen die Qualifikationen, die MOOC-Zertifikate im Lebenslauf inzwischen dokumentieren.


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