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MOOC (Massive Open Online Course): Alle Fakten über die Online-Kurse

MOOCs sind Online-Kurse mit Videoinhalten. Damit lernen viele Teilnehmer gleichzeitig bei Top-Universitäten weltweit. Wir zeigen Dir, was Du über MOOCs wissen musst.

MOOC (Massive Open Online Course): Alle Fakten über die Online-Kurse
Foto: wavebreakmedia/shutterstock


Was ist ein MOOC genau?

Die Abkürzung MOOC (sprich: "muhk") steht für: 

Massive Open Online Course.

MOOCs sind moderne Online-Kurse für viele Teilnehmer parallel ("massive"), ohne Zugangsbeschränkungen ("open") und im Kursformat (mit Videolektionen und integrierten Prüfungen).

Der Lehrinhalt eines MOOC kommt von einer Bildungsinstitution, oft von einer Universität. International z.B. von Harvard, Stanford, Berkeley und andere Top-Unis, in Deutschland z.B. von der TU München und RWTH Aachen.

Der Ablauf des MOOC (Kursorganisation, Nutzerkommunikation) wird von einigen weltweit aktiven MOOC-Plattformen (z.B. Coursera und edX) koordiniert.

Und die Rolle von Edukatico? 

Wir sind ein Suchportal für die MOOCs verschiedener Plattformen und Universitäten. In unserem Kursverzeichnis findest Du daher tausende MOOCs und andere Online-Kurse aller wichtigen Anbieter.


Und was ist das Besondere an MOOCs?

MOOCs sind aus der Idee entstanden, einen Universitätskurs komplett online abzubilden und damit für jeden weltweit zugänglich zu machen. 

Der Kerngedanke war dabei, Bildungsinhalte von Spitzen-Unis vollständig zu "demokratisieren". 

Hochwertige Bildung sollte nicht mehr nur einer Elite von Hochschulstudenten in entwickelten Ländern zugänglich sein. Sondern jedem Lernwilligen mit Zugang zum Internet – von Buxtehude bis Burkina Faso.

Was ist an MOOCs so innovativ?

1. Die Lehre im modernen Videoformat (nicht nur langweilige Online-Texte wie in anderen "E-Learning"-Kursen), 

2. Offen zugängliche Lerninhalte internationaler Top-Unis wie Harvard, Stanford & Co,

3. Kurse im 100%-Online-Format (kein Papierskript wie im klassischen Fernstudium), 

4. Online-Interaktion zwischen Lernern und Dozenten (über Diskussionsforen) und 

5. Online-Prüfungen (oft sogar mit verifizierter Identität der Teilnehmer und Zertifikat).


Sind MOOCs wirklich kostenlos?

In vielen MOOCs ist nach wie vor das Lernen kostenlos. Du kannst also die Video-Kursinhalte gratis ansehen. 

Wenn Du dann allerdings ein (optionales) Zertifikat für eine erfolgreiche MOOC-Teilnahme erhalten willst, wird eine Gebühr fällig. 

Im Detail unterscheiden sich die Kostenregelungen je nach Anbieter. Einige MOOC-Serien werden inzwischen nur noch gegen Bezahlung angeboten, dafür aber mit einer kostenlosen Probezeit. 

Andere Kursmodelle arbeiten mit monatlichen Abonnements fürs Lernen mit einem MOOC. Mit solchen Bezahlmodellen wird für die Lerner auch ein Anreiz zum schnellen Kursabschluss geschaffen. (alle Details zu den Kosten hier)


Über welche Themen kann man mit MOOCs lernen?

MOOCs werden zu vielen Themen angeboten, die auch an Universitäten gelehrt werden. Grundsätzlich sind die meisten Uni-Fächer auch im MOOC-Format möglich. Und auch praktische Skills aus der beruflichen Bildung werden immer wichtiger.

Bereits jetzt gibt es die Online-Kurse zu unzähligen Themen – von A wie Architektur bis Z wie Zahnmedizin

Die Anzahl hochwertiger MOOCs ist jedoch in einigen Fachgebieten besonders hoch. 

Dazu zählen z.B.:

Informatik / Computer / Programmierung sowie

Wirtschaft / Finanzen.

(alle weiteren Themen hier)

Viele MOOCs werden auf Englisch abgehalten und bieten ergänzende englische (oder auch deutsche) Untertitel bzw. ein Transcript zum Mitlesen. So lernt man oft neben dem Kursinhalt "nebenher" die englischen Fachbegriffe für das Thema.

(Es gibt aber auch deutsche MOOCs bzw. Anbieter.)

MOOC (Massive Open Online Course): Alle Fakten über die Online-Kurse
Ein MOOC bei Coursera (Screenshot)

Kann man fürs MOOC-Lernen Zertifikate bekommen?

Ja, bei den meisten MOOCs sind optionale Zertifikate erhältlich (gegen Gebühr). Dazu musst Du die Kursanforderungen erfüllen, z.B. eine Mindestpunktzahl in den Online-Tests erreichen.

Das Zertifikat zeigt dann den Namen des MOOC-Anbieters (z.B. edX) und der Bildungsinstitution, die den Kursinhalt erstellt hat (z.B. Harvard University).

Auch bei Bewerbungen für Jobs können MOOC-Zertifikate eine sinnvolle Ergänzung sein. Aufgrund der zunehmenden Bekanntheit von MOOCs können immer mehr Arbeitgeber mit den Zertifikaten etwas anfangen ("Was bringen die Zertifikate und Nanodegrees?").

Auch in den eigenen Online-Lebenslauf kannst Du Deine MOOC-Zertifikate integrieren, z.B. bei LinkedIn.


Finden MOOCs zu bestimmten Terminen statt?

Ja, in der Regel starten MOOCs an bestimmten Terminen und laufen über eine Kurslaufzeit von ca. 4-6 Wochen. Nach einer gewissen Zeit startet der Videokurs dann wieder neu.

Innerhalb der Kurslaufzeit ist der Lerninhalt meist zeitlich flexibel zugänglich. Wann genau Du also die einzelnen Lektionen bearbeitest, bleibt Dir selbst überlassen. 

Bei manchen MOOC-Plattformen (z.B. edX) steht der Inhalt zum Selbstlernen sogar auch nach Ablauf des Kurses weiter zur Verfügung. Dann allerdings ohne die Prüfungen.


Wer bietet MOOCs an?

Es gibt weltweit bereits tausende MOOCs von unzähligen Anbietern. (In unserem Verzeichnis kannst Du die Kurse z.B. nach Fachgebiet durchsuchen.)

Die wichtigsten MOOC-Plattformen sind:

  • Coursera

Größte MOOC-Plattform weltweit, über 20 Mio. Kursteilnehmer. Viele hochwertige Kursinhalte u.a. von den Unis in Stanford, Princeton, Yale, London, München, Zürich und Genf.  (mehr über Coursera). 

  • edX:

Zweitgrößte MOOC-Plattform, ca. 10. Mio. Lerner. Qualitativ gute Inhalte u.a. von Harvard, MIT, Berkeley, Oxford, RWTH Aachen, TU München, ETH Zürich. (mehr über edX)

  • Udacity:

Entstanden als MOOC-Plattform der Uni Stanford, inzwischen vorwiegend Informatik-Kurse in Zusammenarbeit mit Industriepartnern wie Google, Facebook, Daimler oder Bosch. Kursthemen: u.a. Künstliche Intelligenz und Selbstfahrende Autos.

  • FutureLearn:

Größte europäische MOOC-Plattform (UK). Diverse britische und europäische Universitäten. Aber oft etwas einfachere und kürzere Online-Kurse.

  • iversity:

War die erste bedeutende MOOC-Plattform aus Deutschland. Inzwischen v.a. Online-Kurse in der beruflichen Weiterbildung.

  • openHPI:

Informatik-MOOCs des Hasso-Plattner-Instituts in Potsdam.

  • mooin:

Kleinerer MOOC-Anbieter der FH Lübeck.

Die aktuellen Kurse dieser Anbieter? Findest Du natürlich auch in unserem Kursverzeichnis

In Europa bekannt sind darüber hinaus auch die Anbieter Fun-MOOC mit französischen Online-Kursen und Miriada X (Spanisch).

Weitere MOOC-Anbieter in Schwellenländern:

Der chinesische Anbieter XuetangX (Tsinghua University) hatte bereits 3 Jahre nach dem Start über 5 Millionen Nutzer. Bis zum Jahr 2022 soll die MOOC-Plattform weiter weltweit expandieren.

Und auch in Indien (Swayam, NPTEL), Russland (Open Education, Universarium) und Brasilien (Veduca) entstehen MOOC-Plattformen vorwiegend mit Inhalten lokaler Universitäten.


Was sind die beliebtesten MOOCs?

Von einigen MOOCs ist inzwischen bekannt, dass die Millionengrenze an Teilnehmern überschritten wurde. Die bekanntesten Online-Kurse werden aufgrund der internationalen Lernteilnehmer natürlich auf Englisch abgehalten.

Zu den größten MOOCs (wie gesagt: mit bis über 1 Mio. Lernern je Kurs!) gehören:

- Introduction to Computer Science (Harvard / edX)

- Learning how to Learn (UC San Diego / Coursera)

- Machine Learning (Stanford / Coursera)

- Justice (Harvard / edX)

- The Science of Happiness (Berkeley / edX)

- Intro to Artificial Intelligence (Udacity)

Aber auch von deutschen Universitäten wurden bereits sehr erfolgreiche MOOCs erstellt, die teils Hunderttausende Lerner weltweit verzeichnen können.


Intro-Video zum MOOC über Künstliche Intelligenz bei Udacity


Wie sind MOOCs überhaupt entstanden?

MOOCs wurden deshalb so bekannt, weil sie einen massiven Schritt zur Digitalisierung von Lehre und Bildungsinhalten gemacht haben. 

Nach Beispielen wie Ecommerce im Handel und Youtube in der Unterhaltungsindustrie wurde nun die Online-Technologie plötzlich in neuer Form auch an Hochschulen eingesetzt.

Die heute größten MOOC-Plattformen sind alle ab ca. 2011/12 an führenden US-Hochschulen entstanden: Wichtige Pioniere waren damals die Professoren Anant Agarwal vom MIT (edX), Daphne Koller und Andrew Ng aus Stanford (Coursera) und Sebastian Thrun ebenfalls aus Stanford (Udacity). 

Das Muster war dabei jeweils ähnlich: 

Ein Uni-Professor bietet seine Vorlesung als Experiment in digitaler Form an - und erreicht damit plötzlich (und unerwartet) mehr als 100.000 Teilnehmer weltweit. Aufgrund des Erfolgs wird die Online-Lehre dann als eigenständige Plattform institutionalisiert.

Später wurde in den Begriffen weiter differenziert in sog. xMOOCs (viele Teilnehmer), cMOOCs ("konnektivistischer" Ansatz mit weniger Teilnehmern, die aber selbst aktiver sind) oder auch besondere pMOOCs (mehr berufsbezogen für "professionals"). Die Begriffe sind jedoch nicht immer trennscharf und eigentlich auch eher nebensächlich.

Bekannte frühe MOOC-Experten im deutschsprachigen Raum waren z.B.:

- Prof. Jürgen Handke mit Online-Lehraktivitäten u.a. im Bereich Linguistik,  

- Prof. Jörn Loviscach, der im Bereich Mathematik neben MOOCs auch Lehrvideos auf Youtube erstellt,

- Prof. Christian Spannagel, der ebenfalls einen frühen Mathe-MOOC erstellte,

- Claudia Bremer von der Universität Frankfurt, die seit über 10 Jahren mit Online-Kursen experimentiert und forscht.


Welches Geschäftsmodell haben die MOOC-Anbieter?

Die MOOC-Plattformen erhalten in der Regel Einnahmen, wenn Kursteilnehmer zusätzlich zum Video-Lernen ein optionales Zertifikat wollen. Dieses ist dann meist kostenpflichtig. 

Mit diesem im Internet üblichen "Freemium"-Modell (free content, premium additional service) finanzieren die MOOC-Anbieter ihren Geschäftsbetrieb. Der Umsatz der größten Plattform (Coursera) wird auf ca. 50-60 Mio. USD im Jahr geschätzt.

Manche MOOC-Plattformen bieten auch einzelne Kursserien (v.a. zur beruflichen Weiterbildung) nur gegen Bezahlung an. Die Anbieter experimentieren noch mit unterschiedlichen Modellen bei ihren Business Models.

Die Universitäten und andere Inhaltsersteller haben meist kein konkretes monetäres Ziel, sondern nützen eigene MOOCs als Marketingkanal. Über die Online-Kurse können potenzielle Studenten aus aller Welt erreicht werden. Gleichzeitig kann die besondere Erfahrung einer Hochschule oder eines Lehrstuhls in einem bestimmten Fachgebiet aufgezeigt werden.


Werden MOOCs irgendwann Universitäten ersetzen?

Zu Beginn der MOOC-Welle wurde immer wieder darüber spekuliert, ob die kostenlosen Online-Kurse nicht direkt zum Niedergang von traditionellen Hochschulen führen könnten. Auch erste Professoren protestierten gegen ihre befürchtete Entmachtung durch MOOCs von Spitzen-Unis. 

Inzwischen hat sich diese Aufregung wieder gelegt. MOOCs werden eher als zusätzliche technologische Möglichkeit moderner Lehre gesehen, etwa zur Vermittlung von Standardinhalten. 

Unbestritten ist, dass die Digitalisierung nicht vor Hochschulen Halt machen und auch gewisse Veränderungen und Chancen bringen wird. Mit MOOCs können z.B. auch die weltweit verstreuten Interessenten in Nischenfächern erreicht werden, für die sich Präsenzkurse auf einem einzelnen Campus nicht lohnen würden.

(In Deutschland wird diese Entwicklung vom "Hochschulforum Digitalisierung" begleitet und von E-Teaching.org wissenschaftlich erkundet.)

Das Online-Lernen und die Digitalisierung der Lehre wird jedenfalls sicher weiter vorangehen. Welche Rolle Universitäten dann langfristig haben werden? Das wird sich zeigen müssen.


Gibt es auch Nachteile bei MOOCs?

Ob ein MOOC für den einzelnen Lerner sinnvoll ist, entscheidet sich immer individuell. 

Je nach Themengebiet, Lernumfeld, Lernziel und persönlichem Lernstil können MOOCs extrem hilfreich oder ungeeignet sein. 

Für Dich als MOOC-Interessenten hilft da nur eins: selbst ausprobieren! (Und sieh Dir davor unsere 5 MOOC-Lerntipps an.)

Als ein allgemeiner Kritikpunkt wird oft aufgeführt, dass die Abschlussquote bei MOOCs so gering sei (oft <10%). 

Dabei wird jedoch oft vergessen, dass viele Lerner einen MOOC zunächst interessehalber nur testen (siehe auch: "Hohe Abbruchraten bei MOOCs: ein gutes Zeichen").


Was sind die wichtigsten MOOC-Trends?

  1. Komplette Ausbildungen: Es gibt immer mehr ausbildungsähnliche Kursserien aus mehreren MOOCs zu einem Thema (z.B. Specializations bei Coursera, MicroMasters bei edX und Nanodegrees bei Udacity).
  2. Zertifikate: MOOC-Anbieter wollen ihre Zertifikate als ernstzunehmende Abschlüsse etablieren. Auch Angebote mit akademischen Credits (ECTS) und Degrees werden von MOOC-Plattformen entwickelt (z.B. bei Coursera, edX, FutureLearn oder openHPI).
  3. Geschäftsmodelle: MOOC-Plattformen experimentieren mit verschiedenen Erlösquellen. Das "Freemium"-Modell mit bezahlten Zertifikaten scheint sich dabei durchzusetzen.
  4. Internationalisierung: MOOCs entstehen in weiteren Sprachen und Ländern. Und bestehende englischsprachige MOOCs werden übersetzt.
  5. Learning Analytics: MOOC-Daten werden von den Anbietern professionell ausgewertet, um die Kurse und Lernerfolge laufend zu verbessern.
  6. Terminologie: Einige Anbieter vermeiden inzwischen den komplizierten Kunstbegriff "MOOC". Es wird dann öfter einfach von Online-Kursen, Online Learning oder Digitaler Lehre gesprochen.


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