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EdX: Die MOOC-Meister mit den Harvard-Kursen (und unzähligen Lernern aus Deutschland)

EdX ist eine der wichtigsten Plattformen für MOOCs. Mehr als 14 Mio. Teilnehmer lernen mit Inhalten von über 100 Top-Universitäten. Wir erklären Dir mehr über die Meister der MOOCs.

EdX: Die MOOC-Meister mit den Harvard-Kursen (und unzähligen Lernern aus Deutschland)
Bild: Screenshot/edX

MOOCs (massive open online courses) sind die modernste Form des Online-Lernens. Und edX ist eine der wichtigsten Kursplattformen weltweit. 

Gegründet wurde edX von den weltberühmten Universitäten MIT und Harvard. Inzwischen lernen bereits mehr als 14 Millionen Teilnehmer weltweit mit den meist kostenlosen Videokursen.

Wer genau sind die MOOC-Meister aus Boston?

(Sofort die Online-Kurse von edX ansehen? Springe direkt in unser Verzeichnis.)


Akademische Spitzenklasse fürs Online-Lernen

Wie bei allen MOOC-Plattformen kommen auch bei edX die Kursinhalte meist von Universitäten. 

Besonders stolz ist man bei edX auf die überragende Qualität der teilnehmenden Hochschulen. Alleine 7 der 10 besten Unis weltweit bieten Kursinhalte auch über edX an (laut THE-Ranking). 

Darunter sind bekannte US-Universitäten und europäische Spitzen-Hochschulen wie 

  • Harvard,
  • MIT,
  • Oxford,
  • ETH Zürich und
  • Imperial College London.

Insgesamt rund 100 Universitäten bieten bei edX über 1.000 MOOCs in den unterschiedlichsten Fachbereichen an. Mit dem MOOC-Format wird so online ein internationales Lernpublikum erreicht. 

Wie genau funktioniert das MOOC-Angebot über edX?


EdX organisiert den gesamten MOOC-Ablauf

Das Prinzip ist recht einfach: 

  1. Die Universität stellt den Kursinhalt bereit. Professoren und Dozenten unterrichten also vor der Kamera. Ergänzende Kursunterlagen werden ebenfalls von der Hochschule erstellt.
  2. Die MOOC-Plattform kümmert sich um die technischen Aspekte. Dazu gehören auch administrative Aufgaben wie die Zertifikatserstellung. Einnahmen aus den kostenpflichtigen Zertifikaten werden zwischen Uni und Plattform geteilt.



Lernen mit Teilnehmern aus der ganzen Welt


MOOC = Online-Lernen + Interaktion + Zertifikate

Im MOOC lernt der Teilnehmer dann online über Videolektionen der jeweiligen Hochschule. Parallel findet über Diskussionsforen mit anderen Teilnehmern (und den Dozenten) der  Austausch statt ("So funktioniert ein MOOC").

Der gesamte Lernprozess ist bei den meisten edX-MOOCs vollständig kostenlos

Zusätzlich können die Kursteilnehmer optionale Zertifikate erwerben. Diese werden nach einer Identitätsverifikation und der Teilnahme an digitalen Prüfungen vergeben. Die Zertifikate kosten meist ca. 50-100 EUR.


US-Professor unterrichtet 150.000 Studenten online

Ähnlich wie andere MOOC-Plattformen (z.B. der größte Anbieter Coursera) entstand edX aus der Initiative von Professoren, die mit digitalen Lehrmethoden experimentierten. 

So hatte der MIT-Professor Anant Agarwal im Jahr 2012 plötzlich und unerwartet über 150.000 eingeschriebene Teilnehmer in seinem Elektrotechnik-Videokurs. 

Und trotz vieler Neugieriger bei diesem Experiment: Immerhin gut 7.000 davon arbeiteten sich tatsächlich erfolgreich bis zum Abschlusszertifikat durch – und das bei gleichem Lehraufwand wie für eine herkömmliche Präsenzvorlesung. (Der Kurs existiert weiterhin als MOOC bei edX.) 

So war das Potenzial der Online-Lehre plötzlich auch für eher konservative Hochschulgremien mit Händen zu greifen, und die Gründungspartner Harvard und MIT investierten in der Folge hohe zweistellige Millionenbeträge in das Bildungs-Startup.


Moderne Online-Lehre für 14 Millionen Teilnehmer

Einige interessante edX-Fakten:

  • Rund 5 Jahre nach dem Start konnten in 2017 bereits 11 Mio. Lernende verzeichnet werden (inzwischen sogar über 14 Mio.), die 40 Mio. Mal einen Kurs belegten. 
  • Die Teilnehmer kommen aus praktisch allen Ländern weltweit (einzige Ausnahme ist Nordkorea). Die USA (gut 25% der Teilnehmer) und Indien (gut 10%) sind dabei die wichtigsten Herkunftsregionen.
  • Über 2/3 der Lerner haben bereits einen Hochschulabschluss.
  • Das Kursangebot ist weniger IT-lastig als bei anderen MOOC-Anbietern: Jeweils rund 1/3 der Kurse kommen aus den Bereichen Naturwissenschaften/Technik und Sozialwissenschaften und verwandte Fächer. Nur knapp 20% sind IT-/Informatik-Kurse, gut 10% betreffen wirtschaftsnahe Fächer.

Wie sieht ein typischer MOOC in Zahlen aus? 

Von den Gründungshochschulen MIT und Harvard gibt es hierzu detaillierte Statistiken. Zwar schwanken die Teilnehmerzahlen je nach Kurs zwischen Hunderten und einigen Zehntausend. Ein durchschnittlicher MOOC hat jedoch anfangs ca. 8.000 Teilnehmer (nicht alle davon mit festen Abschlusszielen), von denen letztlich ca. 500 ein Zertifikat erhalten. Dieses ist in der Regel optional und inzwischen auch kostenpflichtig.


Über 200.000 deutschsprachige MOOC-Lerner

Aus dem deutschsprachigen Raum wurden bisher bereits weit über 200.000 MOOC-Teilnehmer verzeichnet. Rund 70% davon kommen aus Deutschland, 20% aus Österreich und 10% aus der Schweiz.

Wir konnten zusätzlich einen exklusiven Einblick in die Interessensgebiete der deutschsprachigen Lerner erhalten.

In der Themenauswahl unterscheiden sich die 3 Länder dabei kaum: An erster Stelle stehen IT-Themen, danach folgen Business & Management und Biology & Life Sciences.

Gewisse Unterschiede gibt es jedoch, was die Rangfolge der am meisten belegten MOOCs angeht:

Bei Teilnehmern aus Deutschland steht – genau wie bei den Lernern insgesamt (siehe unten) – die Introduction to Computer Science aus Harvard an erster Stelle. Danach folgt ein praktischer Excel-Kurs von Microsoft.

Bei österreichischen Lernern ist die Architektur offenbar besonders beliebt: The Architectural Imagination ist hier der am meisten belegte MOOC. Der Harvard-Kurs über Computer Science steht an 2. Stelle.

Die Schweizer MOOC-Teilnehmer belegen vorrangig einen französischsprachigen Mathe-MOOC aus Lausanne. Auf Platz 2 steht ebenfalls der Excel-Kurs von Microsoft.

Die weiteren Kurse verteilen sich über viele Themenbereiche. So stehen z.B. ein TOEFL-Kurs (Vorbereitung auf die Englisch-Prüfung) sowie ein MOOC zur Künstlichen Intelligenz bei allen 3 Ländern in den Top 10.

Deutschsprachige Hochschulen sind bei edX bisher erst in geringer Zahl vertreten (RWTH Aachen, TU München und ETH Zürich), in der Regel mit Kursen auf Englisch. 


Was sind die beliebtesten MOOCs aller Lerner weltweit?

Besonders beliebt (und mit Teilnehmerzahlen von teils mehr als 1 Mio.) sind:

Introduction to Computer Science:

Ein Harvard-MOOC zur Einführung in die Informatik (auch bekannt als "CS50"). Erste Grundlagen über Algorithmen, Datenstrukturen, IT-Sicherheit, Software- und Webentwicklung sind ebenso enthalten wie Programmierkenntnisse (u.a. C, PHP, Java und HTML).

The Science of Happiness:

Dieser Videokurs der UC Berkeley gibt eine praktische Einführung in die Positive Psychologie. Teilnehmer lernen hier an der Schnittstelle von Psychologie und Neurowissenschaft.

Circuits and Electronics:

Dieser MOOC des MIT erläutert die Grundlagen der Elektronik (Vorkenntnisse auf Schulniveau in Mathematik/Physik sind ausreichend). Der Kurs besteht aus 3 Teilen.

Justice:

Ein legendärer MOOC über Moralphilosophie (Harvard). Anhand vieler Beispielfälle lernen Teilnehmer hier, über schwierige moralische Fragen strukturiert nachzudenken.

EdX: Die MOOC-Meister mit den Harvard-Kursen (und unzähligen Lernern aus Deutschland)
Bild: Screenshot/MOOC "Justice"

Die Technologie steht jeder Hochschule offen

edX wird als Open Source-Projekt betrieben. Das bedeutet, dass die Software der Plattform für jede interessierte Hochschule zugänglich ist. Unter OpenEdX können Universitäten selbst eigene Kursplattformen individuell gestalten.

Hochschulübergreifende Institutionen wie die französische MOOC-Plattform FUN, die arabische Plattform Edraak oder XuetangX aus China basieren auf der OpenEdX-Technologie. Auch einzelne Universitäten, wie StanfordWashington oder die Mannheim Business School setzen dies für sich ein.

Für reichlich Diskussionsstoff im Zusammenhang mit der angestrebten "Offenheit" sorgte vor einigen Jahren eine Klage gegen edX aufgrund unzulänglichen Zugangsmöglichkeiten der Online-Plattform für Menschen mit Behinderung. Bildungseinrichtungen in den USA, die öffentliche Unterstützung erhalten, müssen auch für diese Teilnehmergruppe ausreichenden Zugang gewährleisten. EdX und das US-Justizministerium konnten sich später jedoch auf eine gemeinsame Lösung einigen.


Zertifikate und Uni-Leistungspunkte für MOOCs?

Für viele MOOCs werden inzwischen Zertifikate ausgestellt. Bei edX werden sie Verified Certificates genannt und sind für die meisten Videokurse optional gegen Gebühr verfügbar. Das Zertifikat kann dann z.B. bei Bewerbungen im Lebenslauf aufgeführt werden ("Was bringen die Zertifikate?").

Der Top-Zertifikatsjäger bei edX (ein kanadischer Anwalt) hat sich inzwischen bereits über 100 der Verified Certificates erarbeitet.

Aber EdX geht inzwischen noch einen Schritt weiter. In den MicroMasters-Programmen werden Online-Kurse auf dem Niveau eines Master-Studiengangs angeboten. Diese Programme erfüllen zwei Funktionen:

  1. Umfangreiche Lernmöglichkeit in einem Fachgebiet; aufgrund der hochwertigen Inhalte wird dies zunehmend von Arbeitgebern als berufliche Qualifikation anerkannt;
  2. Vorbereitung für einen Masterstudiengang; MicroMaster-Zertifikate werden von bestimmten Hochschulen als Leistungspunkte auf einen Masterstudiengang angerechnet (an der RWTH Aachen z.B. mit 15 von insgesamt 90 ECTS eines Studiengangs).

Gleich im ersten Durchlauf in 2017 konnten sich 600 Lerner aus 79 Ländern ein MicroMaster-Zertifikat erarbeiten.   



Intro zu den MicroMaster-Programmen


Spezialprogramme zur beruflichen Weiterentwicklung

EdX ist zwar etwas stärker akademisch geprägt als andere MOOC-Anbieter (wie Coursera oder Udacity). 

Trotzdem wird auch die berufliche Online-Weiterbildung ermöglicht:

  • über die oben erwähnten MicroMaster-Programme;
  • über die xSeries: Kursserien, die zusammen mit Universitäten oder Unternehmen wie Microsoft erstellt werden (berufliche oder private Weiterbildung);
  • über die Professional Certificates: Kursserien, die noch stärker als die xSeries auf die berufliche Weiterbildung abzielen, v.a. in den Bereichen Informatik und Business.


Bei den meisten Kursserien können die einzelnen MOOCs kostenlos belegt werden, sofern nicht ein optionales Zertifikat angestrebt wird. (Einzelne Ausnahmen kostenpflichtiger Kurse gibt es.) 

So lernen beispielsweise jährlich alleine hunderttausende Teilnehmer Excel in einem frei zugänglichen MOOC von Microsoft.


Was bemängeln die Kritiker?

Natürlich gibt es auch bei edX (wie bei jedem Startup) immer wieder kleinere Dinge, die noch nicht ganz optimal ablaufen. 

Oft sind dies dann zwar bei genauerem Hinsehen sehr individuelle Probleme, die nur wenige Lerner betreffen. Recht häufig werden allerdings zwei Punkte kritisiert:

  1. Die wechselnde Kursverfügbarkeit: Die meisten MOOCs bei edX haben feste Laufzeiten. Nachdem der Kurs endet, ist der Lerninhalt zwar noch zugänglich, es können jedoch keine Tests mehr absolviert und Zertifikate erlangt werden ("archived course"). Auch die Diskussionsforen sind dann nicht verfügbar. Was Lerner daran stört, ist die Wartezeit bis zum nächsten Kursstart, die mehrere Monate betragen kann. Mit zunehmenden Nutzerzahlen der Plattform sollte jedoch die Kursfrequenz zunehmen (und damit die Wartezeit kürzer werden).
  2. Die verwirrende Kursvielfalt: Nur MOOC-Experten wissen noch, wie sich ein einzelner MOOC, MicroMasters, xSeries und Professional Certificate wirklich unterscheiden (siehe oben). Unser Tipp für die Praxis: Am inhaltlichen Thema orientieren, nicht an den Programmnamen. Wer einmal das für ihn passende Kursthema gefunden hat, vermindert damit automatisch die Wahl zwischen verschiedenen Kursformen.


Soziale Verantwortung: für edX sehr wichtig

EdX wird als non-profit-Organisation betrieben. Die Finanzierung erfolgt vorwiegend über die Partnerhochschulen (v.a. Harvard und MIT), und wird durch Einnahmen aus Zertifikaten (und Spenden) ergänzt. Bis zum Jahr 2020 soll die vollständige Eigenfinanzierung erreicht sein.

Dass das digitale Bildungsprojekt (anders als z.B. Coursera oder Udacity) ohne Gewinnabsicht betrieben wird, hat zur Folge, dass

sehr viele Inhalte nach wie vor zum Lernen kostenlos zugänglich sind;

die technische Plattform als Open Source-Projekt betrieben wird;

40% der Lerner aus Entwicklungsländern kommen;

im Bereich der Flüchtlingshilfe z.B. eine Partnerschaft mit der "Flüchtlings-Uni" Kiron eingegangen wurde.


Denn auch mit Millionen von Kursteilnehmern und hochwertigen Inhalten von Top-Universitäten bleibt die eigentliche Mission von edX nach wie vor das übergeordnete Ziel: 

"Quality education for everyone, everywhere."



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